| Tätigkeitsbericht
des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz
(BBU) e.V. für den Zeitraum 2007 - 2009
Vorbemerkung
1.
Inhaltliche Arbeitsschwerpunkte des BBU e.V. im Zeitraum 2007 – 2009
1.1.
Energie (Atomproblematik / regenerative Energien) / Klimaschutz
1.2. Wasser
1.3. Verkehr
1.4. Abfall, Immissionsschutz und Anlagensicherheit
1.5. Ökologie - Ökonomie
1.6. Chemie / Nanotechnologie
1.7. Gesundheit / VerbraucherInnenschutz
1.8. Ethikschutz
1.9. Naturschutz
2.
Gremienarbeit
- Normung
- KNU
- UGA
- KAS
- TALA
- Nano-Kommission
- ECOS
- EEB
3.
Anhörungen / Erörterungstermine
4.
Kontakt zu Ministerien / Gesellschaftlichen Gruppen
5. Öffentlichkeitsarbeit
- Pressearbeit
- Internet
- Aktionen
/ Infostände
- BBU-Newsletter
6.
Informationsvermittlung / Beratung
7.
Koordination
- Arbeitskreise
/ Arbeitsgruppen
- Bündnispolitik
Vorbemerkung
Im
Berichtszeitraum 2007 – 2009 waren der fortschreitende
Klimawandel und die Banken- und Finanzkrise die herausgehobenen
globalen Themen. Der BBU beklagt, dass die Entscheider in Politik
und Wirtschaft leider nicht die große Chance genutzt haben,
die Lösung der Finanz- und nachfolgenden Wirtschaftskrise
mit einem weitgehenden ökologischen Umbau zu verbinden.
Die zahlreichen internationalen Konferenzen und Gipfeltreffen haben
trotz immer eindringlicherer Warnungen der Wissenschaft vor
den negativen Folgen des Klimawandels rasche und wirkungsvolle
Maßnahmen immer wieder aufgeschoben.
Die Bundesregierung hat die Notwendigkeit des weltweiten Klimaschutzes
immer wieder betont, ist aber sowohl in der europäischen als
auch in der nationalen Umwelt- und Energiepolitik die entscheidenden
Handlungsschritte schuldig geblieben.
Beim Ausbau der regenerativen Energie wurden die Zuwachsmöglichkeiten
durch eine halbherzige und widersprüchliche Förderpolitik
nicht ausgeschöpft. Die in Kreisen der Wirtschaft und mancher
Parteien immer wieder propagierte Laufzeitverlängerung von
Atomkraftwerken wirkte sich auf die Steigerungsfähigkeit des
Anteils erneuerbarer Energien ungünstig aus. Die Fortsetzung
des Baus von Kohlekraftwerken weckte weitere Zweifel an der vorgegebenen
Priorität der erneuerbaren Energien und schmälerte auch
die ökonomische Notwendigkeit von Energieeffizienzmaßnahmen.
Der BBU nahm an der gesellschaftlichen Diskussion über Klimaschutz
und nachhaltige Energiepolitik regen Anteil. Gerade wegen der aufkeimenden
Diskussion über Laufzeitverlängerungen von Atomkraftwerken
erhöhte er seine Aktivitäten gegen den Weiterbetrieb
von Atomanlagen. Er nahm zu den zahlreichen Pannen und Betriebsstörungen
in Atomkraftwerken Stellung und unterstützte die örtlichen
und regionalen Bürgerinitiativen gegen atomare Zwischenlager
und das geplante Endlager Gorleben. Einen besonderen Aktionsschwerpunkt
bildete die Auseinandersetzung um die Urananreicherungsanlage von
URENCO in Gronau. Der von der seinerzeitigen rot-grünen Bundesregierung
anvisierte Atomausstieg täuschte darüber hinweg, dass
Deutschland sich zu einer zentralen Drehscheibe im internationalen
Urananreicherungsgeschäft entwickelt hat.
Auch gegen den Weiterbetrieb und Neubau von Kohlekraftwerken ist
der BBU aktiv geworden und hat örtliche Proteste und Klagen
betroffener Bürger unterstützt. Ebenso informierte er über
Pläne, in Ost- und Norddeutschland CCS- Speicher anzulegen.
Zusammen mit den Energiewerken Schönau (EWS) setzte der BBU
seine Kampagne "Stromwechsel – jetzt! Keinen Cent
mehr an die Atomenergie" fort.
Es geht dem BBU nicht nur darum, eine umweltschädliche Energiepolitik
zu verhindern, sondern auch Regeln, Methoden und Instrumente für
eine umweltfreundliche und zukunftsfähige Energienutzung zu
entwickeln. So arbeiten Expertinnen des BBU in den Normungsausschüssen
beim DIN an Normungsthemen wie „Energieeffizienz und Energiemanagement“ (CEN
16001 und ISO 50001), „Climate Change“, „Carbon
footprint for products“ und „Biomasse“ mit.
In seinen traditionellen Arbeitsbereichen, wie Chemie- und Abfallpolitik,
Verkehr, Wasser, Innenraumschadstoffe, Immissionsschutz ist der
BBU weiter aktiv geblieben. Dazu und zu anderen Fachpolitiken wird
in den nachfolgenden Abschnitten des Tätigkeitsberichtes noch
konkreter eingegangen.
Besonders zu erwähnen ist noch die äußerst erfolgreiche
Tätigkeit der „ITG im BBU“ (Interessengemeinschaft
der Tonergeschädigten), die die durch Tonerverunreinigungen
aus Laserdruckern Geschädigten in hohem Maße organisiert
hat und dieses Thema durch eine unermüdliche Informationsarbeit
erfolgreich in die Medien bringen konnte. Ziel ist die rechtliche
Anerkennung als Tonergeschädigte und eine gesundheitlich unbedenkliche
Produktion von Tonern. Aus diesem Grunde ist 2008 aus der „ITG
im BBU“ die „Stiftung Nanocontrol“ hervorgegangen,
die sich noch wirkungsvoller für die Tonergeschädigten
einsetzen kann. Der BBU ist Stiftungsmitgründer und auch im
Stiftungsrat vertreten.
Im Berichtszeitraum 2007 – 2009 haben Vorstand und Geschäftsstelle
des BBU die satzungsgemäßen Ziele des BBU erfüllt.
Vereinszweck ist laut Satzung die Erhaltung und Wiederherstellung
der natürlichen Lebensgrundlagen, der Schutz der Natur und
der durch Umweltgefahren bedrohten öffentlichen Gesundheit.
Dieser Vereinszweck wurde im Berichtszeitraum verwirklicht insbesondere
durch:
- Presse-
und Öffentlichkeitsarbeit
- Wahrnehmung
von Kontakten mit öffentlichen Einrichtungen
- Organisation
wissenschaftlicher Zusammenarbeit
- Zusammenarbeit
mit nationalen und internationalen Vereinigungen, welche das
gleiche Ziel verfolgen
- Koordination
der Arbeit der Mitgliedsinitiativen
- Information
durch Vermittlung und Dokumentation erarbeiteter wissenschaftlicher
Erkenntnisse, Beratung und Unterstützung von Umweltaktivitäten
Der
BBU hat stets im Rahmen seiner personellen und finanziellen Möglichkeiten
zu wichtigen umweltpolitischen Fragen Position bezogen und Aktionen
von Mitgliedsinitiativen und anderen Organisationen unterstützt.
Das war angesichts der finanziellen Situation des Verbandes nicht
immer leicht. Dennoch wurde immer wieder deutlich, dass der BBU
bei vielen Aktionen für Bürgerinitiativen und Umweltverbände
ein wichtiger Ansprech- und Kooperationspartner ist.
Im Berichtszeitraum ist der BBU innerhalb Bonns umgezogen. Die
neue Geschäftsstelle wurde in der gleichen Strasse bezogen
und bietet nun freundlichere Arbeits- und Sitzungsbedingungen.
Am 06. April 2008 fand in Hannover die Mitgliederversammlung des
BBU statt. Mit der Wahl eines Vertreters der BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg
in den neuen Vorstand wurde der Anti-AKW-Schwerpunkt im BBU gestärkt.
Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit ist es dem BBU erneut
gelungen, trotz geringer personeller und finanzieller Ausstattung,
besonders im Schwerpunkt Atomenergie und Chemiestörfälle
immer wieder in den Medien präsent zu sein. Im Bereich Immissionsschutz
wurden vom BBU in zahlreichen Verfahren Stellungnahmen abgegeben.
Mit der eigenen Homepage "BBU-online.de" verfügt
der Verband weiterhin über eine zeitgemäße Internetpräsenz,
die zunehmend in Anspruch genommen wird.
Der Anfang 2005 mittels E-mail herausgegebene BBU-Newsletter, der
monatlich an alle Mitgliedsorganisationen und Fördermitglieder
versandt wird, ist inzwischen zu einer festen Größe
der BBU-Kommunikation geworden und inhaltlich und formatmäßig
ständig verbessert worden.
Der BBU konnte im Berichtszeitraum seine Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen
und Spenden nur unwesentlich steigern, hat sich aber insgesamt
durch moderate Ausgaben finanziell konsolidieren können.
Die nach wie vor geringen finanziellen Bewegungsmöglichkeiten
des Verbandes erschweren die Arbeit des BBU-Vorstandes weiterhin.
Allerdings konnte der BBU seine politischen und fachlichen Positionierungen
ohne Rücksicht auf staatliche oder privatwirtschaftliche Geldgeber/innen
vornehmen und ist allein seinen Mitgliedern als "Hauptsponsoren" verpflichtet.
Das führt dazu, dass der BBU im Vergleich zu anderen Umweltverbänden
seine Beachtung und Bedeutung vor allem durch seine kritische Stimme
und seine geschärfte Wahrnehmung erfährt. Die fast ausschließlich
ehrenamtliche Ausführung seiner Tätigkeiten fand auch
im Berichtszeitraum in einer hochprofessionalisierten und technisierten
Verbändelandschaft ihre Anerkennung und festigte den Ruf des
BBU als entschiedener und unbestechlicher Streiter für eine
lebenswerte Umwelt. Diesem positiven Ruf ist es auch zu verdanken,
dass sich immer mehr Personen, privat oder im Auftrag einer Bürgerinitiative,
rat- und hilfesuchend an den BBU wenden. Dabei deckt die thematische
Bandbreite der Anfragen alle nur erdenklichen ökologischen
Fragestellungen ab. Der BBU war immer darum bemüht, die Anfragen
bestmöglich zu beantworten und gleichzeitig bei den Anfragenden
die Bereitschaft zum bürgerschaftlichen Engagement zu fördern.
1.
Inhaltliche Arbeitsschwerpunkte des BBU e.V. im Zeitraum
2007 – 2009
Die
inhaltlichen Schwerpunkte der Arbeit des BBU lagen im Berichtszeitraum
2007-2009 in den Bereichen Gewässerschutz, Immissionsschutz,
Anlagensicherheit, Schutz vor Innenraumschadstoffen sowie Klima-
und Energiepolitik - insbesondere Atompolitik.
1.1.
Energie (Atomproblematik / alternative Energien) / Klimaschutz
Im
Bereich der Energiepolitik befasste sich der BBU 2007 – 2009
wieder schwerpunktmäßig mit Anlagen der atomaren Brennstoffspirale,
mit den damit verbunden Atomtransporten und der ungelösten
Atommüllentsorgung. Alle Stationen der Atomenergiespirale
(vom Uranabbau bis hin zur unlösbaren Entsorgung des
Atommülls) sind äußerst energieintensiv, und
selbst bei der Wiederaufarbeitung von Atommüll wird klimaschädliches
Krypton 85 freigesetzt. Weiterhin befasste sich der BBU mit neu
geplanten Kohlekraftwerken und mit der unterirdischen Speicherung
von CO2.
Der
BBU versteht sich als Teil der bundesweiten bzw. der internationalen
Anti-Atomkraft- Bewegung. Den BBU-Mitgliedern an Standorten der
Atomindustrie geht es nicht darum, „nur“ das Atomkraftwerk
oder das „Zwischen“lager für Atommüll
vor der eigenen Haustüre zu verhindern. Es geht vielmehr
darum, gemeinsam den Sofortausstieg aus der Atomenergie in der
Bundesrepublik und darüber hinaus, zu erreichen. Hierzu
gehört die Verhinderung des Uranabbaus ebenso, wie der Widerstand
gegen die Produktion und den Einsatz von Uranwaffen und Atombomben.
Gemeinsam
mit Mitgliedsinitiativen sowie weiteren Bürgerinitiativen
und in Kooperation mit anderen großen Umweltverbänden
protestierte der BBU im Berichtszeitraum gegen den atompolitischen
Kurs der alten, aber auch der neuen Bundesregierung und begründete
fundiert die Notwendigkeit des sofortigen Ausstiegs aus der Atomenergie.
Dies erfolgte bei Informationsveranstaltungen, bei Demonstrationen
und in Presseerklärungen. BBU-Mitgliedsinitiativen waren
im Berichtszeitraum bei regionalen und bundesweiten Anti-Atomkraft-Konferenzen
präsent. Zur Förderung und Vernetzung der BBU-Aktivitäten
im Energiebereich wurde Anfang 2007 vom BBU zum „Kurzschluss“ eingeladen,
ein Vernetzungstreffen, an dem nicht nur BBU-Mitglieder teilgenommen
haben. Im September 2007 beteiligte sich der BBU an der internationalen
Urankonferenz (Dortmund).
Ein
herausragendes Datum im Berichtszeitraum stellte jeweils der
26. April dar: Der Jahrestag der Atomreaktor-Katastrophe in Tschernobyl.
Aus diesem Anlass fanden jährlich bundesweit Informations-
und Gedenkveranstaltungen, Demonstrationen für den Sofortausstieg
und Benefizveranstaltungen zugunsten der Tschernobylopfer statt.
Viele dieser Veranstaltungen wurden auch von BBU-Mitgliedsorganisationen
geplant und / oder unterstützt. Der BBU unterstützte
die Aktivitäten konkret durch Terminkoordination (Internetseite),
Presseerklärungen, mobilisierende E-Mail-Aufrufe und auch
vor Ort mit Kundgebungsreden bzw. Grußworten.
Der
BBU reagierte von 2007 - 2009 auch wieder auf Pannen und Störfälle
in verschiedenen Atomanlagen, so etwa nach dem Brand im Atomkraftwerk
Krümmel 2007 mit der Forderung nach der sofortigen Stilllegung
aller Atomanlagen. Diese Forderung wurde auch z. B. anlässlich
der E.ON-Hauptversammlung 2009 vertreten. In dem Zusammenhang
hat sich der BBU auch gegen neue AKW in Großbritannien
ausgesprochen, die E.ON gemeinsam mit RWE plant. Im März
2009 war der 30. Jahrestag der Harrisburg-Katastrophe erneut
ein Anlass für den BBU, den Sofortausstieg aus der Atomenergie
zu fordern.
Um
den Betrieb von Atomkraftwerken bereits im Vorfeld zu stoppen,
unterstützte der BBU zahlreiche Aktivitäten gegen Urananreicherungsanlagen,
speziell gegen die deutsche Anlage in Gronau und gegen die niederländische
in Almelo. In den Jahren 2007 – 2009 unterstützte
der BBU auch den Widerstand gegen Urantransporte von Frankreich
nach Gronau, und besonders von Gronau nach Russland. Dabei wurden
auch Kontakte mit der russischen Umweltorganisation Ecodefense
vertieft. Im Sommer 2007 trauerte der BBU um einen jungen russischen
Atomkraftgegner, der bei einem Überfall in der Nähe
des Atomzentrums Angarsk ermordet worden war.
Auch
die Castor-Atommülltransporte waren in der Zeit von 2007 – 2009
wiederholt Ziel von breiten Protesten, die ebenfalls vom BBU
und Mitgliedsinitiativen unterstützt wurden. Aktionen richteten
sich gegen konkrete Castortransporte in das „Zwischen“lager
Gorleben sowie im Vorfeld gegen drohende, weitere Atommülltransporte
in das Ahauser Atommülllager. Auch gegen die Atommüllverschiebung
vom AKW Rheinsberg in das Atommüll-Lager Greifswald-Lubmin
wurde vom BBU protestiert. Wiederholt solidarisierte sich der
BBU mit AtomkraftgegnerInnen, denen Buß- oder Strafgelder
drohten.
Inhaltlich
hat sich der BBU stark mit der radioaktiven Belastung von Gewässern
befasst. In diesem Zusammenhang wurde auch das Tritium-Projekt
im BBU ins Leben gerufen. In Kooperation mit verschiedenen Bürgerinitiativen
hat der BBU in der Nähe verschiedener AKW Gewässserproben
gezogen und auf Tritium hin untersuchen lassen. Wiederholt wurden
dabei Werte gemessen, die höher als der erwartete Wert lagen.
Die
Forderung zur „Laufzeitverlängerung“ alter,
maroder Atomkraftwerke, die besonders nach der Bundestagswahl
(2009) verstärkt zu hören war, wird vom BBU drastisch
zurückgewiesen. Schon kurz vor der Wahl demonstrierten 50.000
Menschen in Berlin gegen die Laufzeitverlängerungen und
für den Sofortausstieg. BBU-Mitgliedsinitiativen haben maßgeblich
an der Vorbereitung der Demonstration mitgewirkt. Nach der Wahl
hat sich der BBU weiterhin vehement gegen Laufzeitverlängerungen
und für den Sofortausstieg zu Wort gemeldet. Grenzüberschreitend
hat der BBU Ende 2009 gegen ein in den Niederlanden geplantes
neues AKW (Borssele II) Stellung bezogen und hat mehr als 1000
Einsprüche bei dem zuständigen Umweltministerium in
Den Haag eingereicht. Schon 2008 hatte der BBU den Widerstand
gegen das geplante AKW Loviisa 3 in Finnland mit einem Sammeleinspruch
unterstützt.
Der
Klimawandel ist bereits Realität. Die in der Bundesrepublik
geplanten neuen Kohlekraftwerke werden bei ihrer Realisierung
alle Klimaschutzziele unterlaufen. Statt Neubau fossiler Kraftwerke
befürwortet der BBU das Energiesparen und den Einsatz erneuerbarer
Energien (z. B. Solarenergie, Geothermie, Windkraft, Biomasse,
Wasserkraft). Verstärkt hat sich der BBU in der Zeit von
2007 – 2009 gegen den Neubau von Kohlekraftwerken und gegen
die unterirdische Speicherung von CO2 zur Wehr gesetzt. So hatte
der BBU gemeinsam mit örtlichen und überörtlichen
Initiativen und Verbänden zur Teilnahme an einer Demonstration
(14.02.2009) gegen neue Kohlekraftwerke in Brunsbüttel aufgerufen.
Gleichzeit wurde dazu aufgerufen, Einsprüche gegen Kohlekraftwerkspläne
einzureichen. Anfang 2008 solidarisierte sich der BBU mit dem
Widerstand gegen den Braunkohleabbau bei Garzweiler.
Zur
Stärkung des Widerstands gegen die CCS-Technologie zur Speicherung
von CO2 wurde seitens des BBU-Vorstandes mit betroffenen Bürgerinitiativen
vor Ort Kontakt aufgenommen. Ihre wichtige Arbeit wurde seitens
des BBU mit überörtlicher Pressearbeit unterstützt.
Zudem wurde wiederholt über die CCS-Gefahren, und den Widerstand
dagegen, im BBU-Newsletter berichtet. Konsequenterweise
setzte sich der BBU im Berichtszeitraum auch für eine umweltverträgliche
Energieerzeugung ein. In dem Zusammenhang engagierte sich der
BBU auch weiterhin für seine Stromwechselkampagne, bei der
er mit EWS, den „Schönauer Stromrebellen“, kooperiert.
Gleichzeitig ist der BBU Mitglied im bundesweiten Aktionsbündnis
ASM (Atomausstieg selber machen), in dem zahlreiche Umweltverbände
vernetzt sind.
1.2. Wasser
Durch
die überregional arbeitenden Mitgliedsinitiativen „VSR-Gewässerschutz“,
dem „Freiburger Arbeitskreis Wasser im BBU“ und der „Aktionskonferenz
Nordsee“ (AKN) deckt der BBU im Bereich Wasser viele unterschiedliche
Themenbereiche von Nordseeschutz über Gewässer- und
Grundwasserschutz bis hin zur Wasserwirtschaft ab.
Der
BBU arbeitete aber auch übergreifend an bestimmten Themen
im Bereich Wasser. Da sich diese dann auch mit anderen Bereichen
im Umweltschutz überschnitten, kam es notwendigerweise auch
zu Kontakten mit vielen anderen Gruppen aus dem Bereich der Gefahren
aus Chemieanlagen, Initiativen gegen Atomkraftwerke und Bürgerinitiativen,
die vor Ort gegen die CO2-Endlagerung kämpfen. Durch diese
Zusammenarbeit kam es zum gegenseitigen Informationsaustausch.
Zu einigen Themen wurden auch gemeinsame Presseerklärungen
verfasst.
Das
Projekt „Tritiumbelastung der Gewässer“ findet
unter der Mitarbeit von sieben weiteren Organisationen und Bürgerinitiativen
statt. Durch beproben, messen und bewerten wurde auf die Gefahren
durch das Abwasser der AKW hingewiesen. Hierzu wurden ein Flyer
und eine Internetseite erstellt. Mit Hilfe der Pressemitteilungen,
die auf Grund eigener Messungen entstanden, sollte gezeigt werden,
dass die Atomindustrie noch nicht mal die Belastung des Abwassers
mit radioaktiven Stoffen in den Griff bekommt.
Aber
auch schon beim Uranabbau und seinen Hinterlassenschaften in
Deutschland und an vielen Orten dieser Erde gefährdet die
Atomindustrie die Trinkwasserversorgung der einheimischen Bevölkerung.
Zum Weltwassertag 2008 beschäftigte sich der BBU im Rahmen
einer Pressemitteilung mit diesem Thema. Uran stellt aber auch
an anderen Stellen ein Problem dar. Der BBU hat daher auch in
der Öffentlichkeit auf die Uranbelastung durch Düngemittel
hingewiesen. Zur Begrenzung des Urangehalts in Lebensmittel und
Trinkwasser sowie in Futter- und Düngemitteln wurden gesetzliche
Regeln gefordert.
Ein
weiteres für den Gewässerschutz wichtiges Thema stellt
die Nanotechnologie dar. Gerade das Auftreten von Nanoteilchen
in den Gewässern gefährdet die vorhandene Flora und
Fauna. Belastungen der flussbegleitenden Grundwasservorräte
und somit unserer Trinkwasserreserven sind nicht auszuschließen.
Als
weitere Technologie gefährdet auch die angedachte CO2-Endlagerung
im Untergrund das Grundwasser. Gerade die spezifischen Eigenschaften
des im überkritischen Zustand eingelagerten Kohlendioxids
stellen hierbei das bedeutende Sicherheitsrisiko dar. Die Grundwasserqualität
im Untergrund kann sich verschlechtern. Durch die zu erwartenden
Druckänderungen können die Auswirkungen bis in die
Oberflächengewässer reichen. Mit Hilfe einer koordinierten
Pressekampagne konnte die geplante Einlagerung in ein Erdgasfeld
in der Altmark gestoppt werden. Um mehr Informationen über
das im Rahmen eines Forschungsprojektes bei Ketzin eingelagerte
CO2 zu erfahren, wurden die Betriebspläne beim zuständigen
Landesbergamt Brandenburg in Cottbus eingesehen.
Des
Weiteren hat sich der BBU auch mit dem Thema der Grundwasserbelastung
durch Baustoffe und Bauwerke beschäftigt. Gerade die Zusätze
im Beton oder die verwendeten Biozide in Farben stellen ein unkalkulierbares
Risiko für die Gesundheit der Bürger und die Umwelt
dar. Der Schwerpunkt der Arbeit lag bei der Sichtung der vorhandenen
Studien, um zukünftig auf die Gefahren durch die Baustoffzusätze
in der Öffentlichkeit hinweisen und um Alternativen aufzeigen
zu können. Biozide werden zur Bekämpfung unerwünschter
Tiere und Pflanzen eingesetzt. Im Gegensatz zur landwirtschaftlichen
Nutzung der Biozide existieren aber im Bereich der Pestizide
unzureichende Regelungen. Auch wissen die meisten Menschen gar
nichts von den Anwendungen und den daraus entstehenden Gefährdungen,
so dass hier noch viel Aufklärungsbedarf besteht. Durch
die Mitgliedsgruppe VSR-Gewässerschutz wird das Thema der
Gewässerbelastung der Biozide im BBU behandelt. Dabei ging
es um die Einsatzgebiete von Bioziden im Dachbereich und Fassadenbereich
sowie als Zusatz bei industriell genutztem Kühlwasser. Ziel
war es, darauf hinzuweisen, dass Biozide sowohl für die
Flora und Fauna in den Gewässern kritisch sind. Auch das
Grundwasser wird durch die eingesetzten Biozide belastet, sodass
diese Stoffe letztendlich beim Trinkwasser ankommen. Im Rahmen
der Novellierung der europäischen Biozidrichtlinie hat sich
unter der Koordination von PAN ein Netzwerk verschiedener Umweltschutzgruppen
gebildet, bei dem auch der BBU mitarbeitet. Im Herbst/Winter
2009 wurden die Forderungen fixiert und an die zuständigen
Stellen weitergeleitet.
Aber
nicht nur die Wasserqualitäten lagen im Blickfeld. Auch
mit dem Wasserverbrauch beschäftigte sich der BBU. Wichtig
war dabei den privaten Haushalten zu raten weiterhin, sparsam
mit Trinkwasser umzugehen. Beim hohen Wasserverbrauch der Industrie
wies der BBU darauf hin, dass verstärkt geschlossene Systeme
eingeführt werden müssen, um den Verbrauch zu senken.
Einige
Themen wie das Projekt Tritiumbelastung in den Gewässern,
Gewässerbelastung durch Nanopartikel und CO2-Endlagerung
konnten auch in der „Waterkant, der Zeitung für Umwelt
+ Mensch + Arbeit in der Nordseeregion“ als Artikel
für die Öffentlichkeit weitergehender aufgearbeitet
werden. Für kurze Informationen wurde zusätzlich zu
den erschienenen Pressemitteilungen der Newsletter des BBU genutzt.
1.3. Verkehr
Der
BBU arbeitete im Berichtszeitraum - wie in den Jahren zuvor -
eng mit dem Arbeitskreis Verkehr und Umwelt, Umkehr e.V. zusammen.
Seit Juni 2000 nimmt der BBU regelmäßig an den Workshops
der Umweltabteilung der Deutsche Bahn AG teil.
Der
BBU beteiligte sich in dem Berichtszeitraum an Demonstrationen
gegen umweltfeindliche Verkehrsprojekte, unterstützte Bürgerinitiativen
und Einzelpersonen bei Genehmigungsverfahren (Fernstraßenbau)
und versuchte mittels Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
das gesamtgesellschaftliche Bewusstsein für eine umweltfreundlichere
Verkehrspolitik zu schärfen.
Zur
zweiten Fortschreibung des Nahverkehrsplans des Ennepe-Ruhr-Kreises
gab der BBU Anfang 2009 eine umfangreiche Stellungnahme ab.
Der
BBU ist Mitglied im Bündnis „Bahn für Alle“,
dem 18 Organisationen angehören. „Bahn für Alle“ setzt
sich engagiert gegen die Bahnprivatisierung ein. Zudem sind Sicherheitsprobleme
bei der Bahn, wie sie bei den ICE-Achsbrüchen deutlich wurden,
Gegenstand der Arbeit des Bündnisses. So erschienen am 5.8.2008
und 22.12.2008 taz-Beilagen von „Bahn für Alle“,
die insbesondere dieses Thema zum Inhalt hatten.
1.4. Abfall, Immissionsschutz und Anlagensicherheit
Der
BBU konzentrierte sich im Berichtszeitraum primär auf die
Arbeit in den Fachgremien (s. Gremienarbeit), auf die Erarbeitung
von Stellungnahmen (s. Teilnahme an Anhörungen zu Gesetzesvorhaben)
und die Unterstützung lokaler Initiativen (s. Pressearbeit)
und Einzelpersonen.
Im
Bereich des Immissionsschutzes entfaltete der BBU Aktivitäten
im Bereich des anlagenbezogenen wie des flächenbezogenen
Immissionsschutzes. So wurde ein Kläger gegen ein neues
Kohlekraftwerk in Herne intensiv unterstützt. Ein Vertreter
des BBU beteiligte sich 2008 am Erörterungstermin zur Änderung
der Müllverbrennungsanlage in Krefeld. Bei den Aktivitäten
von Bürgern zur Senkung der Feinstaubbelastung in Innenstädten
konnte der BBU wertvolle Hilfe geben.
Im
Jahr 2006 gründete der BBU gemeinsam mit BUND und NABU in
NRW den verbandsübergreifenden Landesarbeitskreis „Technischer
Umweltschutz“. Ziel ist insbesondere die Vernetzung und
verstärkte Zusammenarbeit der Mitglieder der Umweltverbände
in NRW bei den Themengebieten Immissionsschutz und Anlagensicherheit.
Diese Arbeit wurde fortgesetzt.
Spätestens
seit dem Unfall in einer chemischen Fabrik im italienischen Seveso
am 10.07.1976 und der Chemiekatastrophe von Bhopal (Indien) am
03.12.1984 ist offensichtlich, dass von industriellen Anlagen
im Störfall erhebliche Gefahren für den Menschen und
die Umwelt ausgehen. Der BBU setzt sich für einen stärkeren
Schutz vor den Gefahren aufgrund von Störfällen bei
derartigen Anlagen und für eine größere Transparenz
im Bereich der Anlagensicherheit ein.
So
hat der BBU mit Betroffenen Einblick in Sicherheitsberichte von
Betriebsbereichen genommen, um mögliche Defizite bei Sicherheitsmaßnahmen
zu ermitteln. Zudem wurde von einem BBU-Vorstandsmitglied beim
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
die Übermittlung der Liste der deutschen Störfallbetriebe
beantragt. Nach einem erfolgreichen Widerspruchsverfahren wurde
ein Großteil der Liste übermittelt. Gegen die Herausgabe
der Daten der restlichen Betriebsbereiche haben mehrere Firmen
Klage eingereicht. Zu dem Verfahren wurde das BBU-Vorstandsmitglied
beigeladen, sodass eine effektive Vertretung der Umweltinteressen
möglich ist.
Vor
dem Hintergrund eines schwerwiegenden Unfalls in Mönchengladbach
im Jahr 2008 hat sich der BBU für schärfere Bestimmungen
für großvolumige CO2-Löschanlagen eingesetzt.
Seine Stellungnahmen fanden bundesweite Beachtung.
Der
BBU hat zudem einen Schwerpunkt-Bereich auf seiner Homepage zum
Thema „Anlagensicherheit“ eingerichtet, um die
Problematik aus der Perspektive von UmweltverbandsvertreterInnen,
Bürgerinitiativen und engagierten Einzelpersonen zu beleuchten.
Dazu werden rechtliche Entwicklungen, Publikationen der Kommission
für Anlagensicherheit, des Umweltbundesamtes und anderer
staatlicher oder privater Stellen dargestellt und analysiert
sowie eigene Erkenntnisse veröffentlicht.
1.5. Ökologie - Ökonomie
Seit über
einem Jahrzehnt ist dieser Arbeitsbereich ein durch die
kontinuierliche Mitarbeit von ExpertInnen aus Mitgliedsinitiativen
und Fördermitgliedern aus umwelttechnischen Berufen und
der Wissenschaft sich fachlich ständig weiter entwickelndes
Tätigkeitsfeld, das weit über den BBU hinaus in der
Umweltbewegung und bei den Umweltbehörden Beachtung findet.
Der
Arbeitsschwerpunkt liegt nicht nur im Bereich spezieller
Aspekte des betrieblichen und technischen Umweltschutzes, etwa
bezogen auf die betriebliche Anwendung von Umweltmanagement-
und Auditsystemen und die Ausgestaltung der dazu verwendeten
Verfahren, Methoden und Instrumente sowie auf den Bereich der
staatlichen Überwachung. Auch Bereiche wie z. B. Anlagensicherheit,
neue Technologien (Nanotechnologie) und Social Responsebility
sowie Produktkennzeichnung werden im BBU thematisch behandelt.
Auch
an der Ausgestaltung neuer Normungsthemen nimmt der BBU regen
Anteil. So beteiligt er sich im DIN-NAGUS an den Normungsarbeiten
zu „Energieeffizienz und Energiemanagement“, „Climate
Change“, „Carbon Footprint“, „Biomasse“ und „Biobasierte
Produkte“. Zu „Carbon Footprint“ führte
der BBU im Rahmen des KNU zwei Workshops durch und bereitete
eine Fachbroschüre zu diesem Thema vor, die die Ergebnisse
der Workshops wiedergibt.
Die
Diskussionen und Kontroversen über gesetzliche Regelungen
und Normen führt der BBU intern vornehmlich in der
BBU-Fach-AG „Umweltmanagement und Normung“ und extern
vor allem in den relevanten Regelungsgremien (Umweltgutachterausschuss,
Normenausschüsse des DIN, Störfallkommission, Technischer
Ausschuss für Anlagensicherheit und in der späteren
KAS).
Im
Bereich Umweltmanagement setzte sich der BBU exemplarisch mit
der EMAS-Umwelterklärung der Urananreicherungsanlage URENCO
in Gronau auseinander und erreichte bei der vom BMU beliehenen
Aufsichtstelle DAU erneut ein Aufsichtsverfahren gegen den Umweltgutachter
von URENCO und ein Überprüfungsverfahren der Umwelterklärung
mit daraus veranlasster Korrektur.
Ein
weiteres Augenmerk der inhaltlichen Arbeit lag in der Auseinandersetzung
mit der politischen Konzeption des Neoliberalismus, den politischen
und rechtlichen Ausprägungen der Deregulierung und der so
genannten Entbürokratisierung, die in vielen Fällen
auf den Abbau von Bürgerrechten und die Absenkung qualitativer
Standards hinauslaufen.
Seit
2005 ist der BBU neben DNR und BUND das dritte deutsche Mitglied
bei ECOS (European Environmental Citizens' Organisation for Standardisation)
mit Sitz in Brüssel. BBU-Mitglieder haben mehrfach als ECOS-Experten
an der Positionierung der europäischen Umweltverbände
in Normungsfragen mitgewirkt.
Intensiviert
wurde die 2006 vom BBU aufgenommene Mitgliedschaft beim Dachverband
der europäischen Umweltverbände EEB (Europäisches
Umweltbüro) mit Sitz in Brüssel.
1.6. Chemie
/ Nanotechnologie
Der
BBU konzentrierte sich im Berichtszeitraum auf die Arbeit in
den Fachgremien (s. Gremienarbeit) und die Unterstützung
lokaler Initiativen (s. Pressearbeit).
Er
ist Mitunterzeichner der auf seiner Homepage in deutscher Übersetzung
wiedergegebenen „Kriterien zur Kontrolle von Nanotechnologien
und Nanomaterialien“, die weltweit von über 70 Organisationen
unterstützt werden.
1.7. Gesundheit / VerbraucherInnenschutz
Der
Bereich Gesundheit / VerbraucherInnenschutz wurde im Berichtszeitraum
von der BBU AG "Innenraumschadstoffe und Gesundheit" bearbeitet.
Die BBU-AG umfasst die Bereiche Wohngifte, Schulen, umweltkranke
Kinder und die Interessengemeinschaft Tonergeschädigter.
Sie informiert die Öffentlichkeit, berät Betroffene
und setzt sich gegenüber Herstellern, Behörden und
Politik für Lösungen ein.
Etwa
100.000 Chemikalien sind auf dem Markt und ständig kommen
neue hinzu. Viele Produkte des alltäglichen Gebrauchs für
Haushalt, Büro, Unterhaltung oder Freizeit emittieren oft
unangenehm riechende Substanzen; gesundheitliche Schädigungen
durch Kombinationswirkungen chemischer Stoffe auf den Menschen
sind nicht annähernd abschätzbar.
Hunderttausende von Schülern/ Schülerinnen sowie Lehrern/
Lehrerinnen in unserem Land sind noch immer durch Schadstoffe
aus Bauteilen und Einrichtungsgegenständen in Schulbauten
der sechziger Jahre, in sanierten Gebäuden (Neueintrag von
Baugiften durch unsachgemäße Sanierung!) und in Neubauten
belastet. Es handelt sich hierbei vorrangig um
Belastungen mit Schimmelpilzen, künstlichen Mineralfasern,
Holzschutzmitteln älterer und neuerer Art, Formaldehyd,
Lösemittel aus Farben, Lacken, hochsiedenden Lösemitteln
aus Fußbodenklebern, Polychlorierten Biphenylen ( PCB), Weichmachern,
Flammschutzmitteln,… um nur die am häufigsten
vorkommenden zu nennen.
Durch die
immuntoxische, hormonelle und neurotoxische Wirkung vieler dieser
Stoffe sind die Nutzer solcher Gebäude dem Risiko schwerer
Gesundheitsschädigungen, Lernbehinderungen, Verhaltensstörungen
und Arbeitserschwernissen ausgesetzt. Besonders schwerwiegende
gesundheitliche Probleme ergeben sich oftmals aus den Kombinationswirkungen
vieler unterschiedlicher Substanzen, da es häufig
so ist, dass gleichzeitig eine Vielzahl dieser Stoffe in die
Raumluft ausgasen. Weil die Kosten für die konsequente
Sanierung schadstoffbelasteter Schulgebäude in Deutschland
in die Milliarden gingen, zielt der behördliche Umgang mit
der Schadstoffproblematik an Schulen und Kindertagesstätten
häufig darauf ab, Strategien zur Verhinderung dringend
notwendiger Sanierungen durchzusetzen. Auch geht es behördlicherseits
oftmals in erster Linie um die Abwehr von Schadensansprüchen
bereits geschädigter Kinder oder Lehrer/innen.
Hier
setzte die Tätigkeit des Bereichs Schulen innerhalb der
AG Innenraumschadstoffe und Gesundheit im BBU e.V. ein: Bundesweit
wurden Eltern und Lehrer/innen, Erzieher/innen und andere nachfragende
Einzelpersonen sowohl über die BBU-Internetseite als auch
in direkter Kommunikation über mögliche Zusammenhänge
zwischen gesundheitlichen Beeinträchtigungen und schadstoffbelasteten
Bauteilen und Einrichtungsgegenständen in Schulen, Kindertagesstätten,
Firmen- und Privaträumen informiert und beraten. Zusätzlich
wurden Hinweise auf und Information über gesetzliche
Bestimmungen im Umwelt-, Arbeits- und Gesundheitsschutz
weitergegeben und betroffene Lehrer/innen oder Eltern von erkrankten
Kindern mit fachkompetenten Argumentationshilfen unterstützt.
Breiten Raum nahm die Beratung über den diesbezüglichen
Umgang mit zuständigen Vertretern aus Verwaltung und Politik
ein, weil es hierbei immer wieder zu Differenzen zwischen
Behördenvertretern / Kommunalpolitikern, Beamten aus zuständigen
Ministerien und den Betroffenen kam. Weil sich Eltern und
LehrerInnen seitens der zuständigen Verwaltung oftmals schlecht
beraten fühlten, bestand von dieser Seite große Nachfrage
nach Vermittlung von qualifizierten / zertifizierten
und sachkompetenten Instituten/ Laboren zur Erfassung,
Bewertung und Sanierung von Gebäudebelastungen. Hier konnten
sachdienliche Hinweise gegeben werden. Ebenso wichtig war
die Vernetzung betroffener Geschädigter mit sachkompetenten Baubiologen,
Toxikologen, Umweltmedizinern und Rechtsanwälten.
In
vielen Fällen gelang es, eine arbeitsertragsmäßig erfolgreiche
Vernetzung mit anderen auf diesem Fachgebiet tätigen Gruppen/
Organisationen und betroffenen Einzelpersonen herzustellen,
die oftmals auch in langen Gesprächen und Telefonaten betreut
wurden.
Breiteren
Raum nahm sowohl die Herstellung als auch die Verbreitung
von Fachinformationen ein sowie die regelmäßige Teilnahme
an umweltmedizinischen und ökotoxikologischen Tagungen /
Veranstaltungen zur eigenen Weiterbildung, als auch zur
Vermittlung der Problematik durch eigene Beiträge und Vorträge.
Millionenfach
und in nahezu allen Lebensbereichen sind Laserdrucker und Fotokopiergeräte
im Einsatz. Viele Toner sind erheblich mit krebserregendem Benzol,
toxischen Schwermetallen und hormonell wirkendem Organozinn belastet
und werden tagtäglich von den Geräten in die Raumluft
geblasen. Über 2000 registrierte Verdachtsfälle von
Erkrankungen durch Toner wurden im Berichtzeitraum ausgewertet.
(http://www.bbu-online.de/AG%20Innenraumschadstoffe%20und%20Gesundheit/ITG/ITG.htm)
1.8.
Ethikschutz
„Ethikschutz“ ist ein umfassender Themenbereich, der in die verschiedensten
Arbeitsbereiche des BBU hineinspielt. Vorrangig und gezielt befasst sich die
Ethikschutz-Initiative mit den vielfältigen Aspekten des Ethikschutzes;
sie wurde im Berichtszeitraum Mitglied im BBU.
Dank
der Arbeit der Ethikschutz-Initiative im BBU findet man in den
Medien immer mehr Informationen über Whistleblower und ihre
Situation. Mit einigen von ihnen pflegt der BBU über die
Ethikschutz-Initiative bereits seit geraumer Zeit Kontakt.
Zu
den Aktivitäten gehört es besonders, Personen in der
Arbeitswelt, die sozial- und umweltpolitische Missstände
aufdecken, den Rücken zu stärken. Zivilcourage muss
es auf allen Gebieten geben. Mit Tagungen und Preisverleihungen
wurde der Mut zur Zivilcourage gefördert bzw. geehrt. Am
09. Oktober 2009 wurde so z. B. dem Kommunikationstechniker Uli
Weiner auf der internationalen Konferenz „Die biologische
Wirkung elektromagnetischer Felder - Stand des Wissens und Projekte
der Forschung“ ein Zivilcouragepreis verliehen. Mit
ca. 23 Jahren erlitt Weiner starke gesundheitliche Störungen,
die auf starke Handynutzung zurückzuführen sind. Sein
Schwerpunkt sind Vorträge in Schulen, wo er u. a. vor
Handys in Kinderhänden warnt. Auch ihm wird die Ethikschutz-Initiative
weiterhin zur Seite stehen.
1.9. Naturschutz
Im
BBU sind mehrere Bürgerinitiativen und Verbände organisiert,
die sich vorrangig im Bereich Natur- und Artenschutz engagieren.
BBU-Vorstandsmitglieder befassen sich zudem immer wieder mit
verschiedensten Fragestellungen hinsichtlich des Naturschutzes,
z.B. im Rahmen von Genehmigungsverfahren, und in der BBU-Geschäftsstelle
gehen Fragen von Bürgerinnen und Bürgern ein, die oftmals
ein wohnortnahes Biotop gefährdet wissen und um Unterstützung
seitens des BBU bitten. Sofern Ortskenntnisse erforderlich sind,
verweisen die BBU-Geschäftsstelle oder zuständige BBU-Vorstandsmitglieder
an örtliche verankerte Bürgerinitiativen und Umweltgruppen
im BBU, bzw. auch an befreundete Initiativen. Bei allgemeinen
Fragestellungen werden telefonisch, per E-Mail oder postalisch
Auskünfte erteilt.
Naturschutzaspekte
berühren verschiedene Arbeitsbereiche des BBU, vor allem
im Zusammenhang mit der Planung bzw. Realisierung von Umgehungs-
und Fernstraßenvorhaben. Insbesondere im Vorfeld von Planfeststellungsverfahren
erreichten den BBU daher Anfragen, wie schützenswerte Naturräume
gerettet werden können. Biotop- und Artenschutz spielen
dabei in der Widerstands-Diskussion eine große Rolle, ebenso
die Bedeutung von Naherholungsgebieten. Auch in BBU-Arbeitsbereichen
wie Flughafenbau /-erweiterung oder bei der Ausweisung von Bebauungsplänen
(Wohngebiete / Industrieansiedlungen) sind die Beachtung von
Vorkommen seltener Tier- und Pflanzenarten von erheblicher Bedeutung,
da oft letzte Refugien seltener Arten bedroht sind.
Besonders
umfangreich hat sich der BBU in das Genehmigungsverfahren zum
grenznahen Flughafen Twente (bei Enschede, NL) eingebracht. Der
BBU hat die Forderung aufgestellt, dass bei der Umweltverträglichkeitsprüfung
auch die Lärm- und Schadstoffbelastungen für die Naturschutzgebiete
auf der deutschen Seite der Grenze untersucht werden müssen,
z. B. für das Amtsvenn in Gronau und das Gildehauser Venn,
das geografisch zu Bad Bentheim gehört. Ende 2009 hat die
Provinzregierung von Overijssel mit knapper Mehrheit den Flughafen
abgelehnt. Der BBU wird weiterhin darauf achten, und sich ggf.
wieder engagieren, falls der Flughafen Twente doch weiter geplant
werden sollte.
Weitere
naturschutzrelevante Themen, um die sich der BBU-Vorstand gekümmert
hat: Warnung vor den Auswirkungen von Nanopartikeln auf die Umwelt
und der Schutz der Nordsee vor Schadstoffeinträgen.
Vor
Ort kümmern sich BBU-Mitgliedsgruppen um konkrete Naturschutzprojekte.
So führt beispielsweise der Arbeitskreis Umweltschutz Bochum
Baumschnittaktionen durch (Kopfweiden) und engagiert sich für
den Fledermausschutz. Der BUND Hessen, der ebenfalls dem BBU
angehört, bemüht sich um eine sichere Zukunft für
Wildkatzen und Luchse in Hessen.
2.
Gremienarbeit
- Normenausschüsse
des DIN e.V. und des DKE
Expertinnen
und Experten des BBU arbeiten in verschieden Normungsgremien
des DIN e.V., des VDI und des DKE mit. Finanziert wird diese
Arbeit über das KNU (s. Koordinationsbüro Normungsarbeit
der Umweltverbände), innerverbandlich unterstützt durch
die BBU-AG „Umweltmanagement und Normung“.
Der
Schwerpunkt der inhaltlichen Arbeit lag auf dem im DIN-NAGUS
behandelten Thema Umweltmanagement. In den Jahren des Berichtszeitraumes
sind aber weitere wichtige Normungsbereiche aus dem Bereich der
Energie- und Klimapolitik hinzugekommen. Der Normenausschuss „Grundlagen
des Umweltschutzes (NAGUS) ist das zuständige Arbeitsgremium
des DIN für die fachgebietsübergreifenden Grundlagennormung
im Bereich des Umweltschutzes auf nationaler, europäischer
und internationaler Ebene.
Da
durch die Entwicklung und Umsetzung dieser Normen maßgeblich
die Dynamik und qualitative Entwicklung des betrieblichen Umweltschutzes
auf privatwirtschaftlicher Basis determiniert wird und von großer
politischer Bedeutung ist, hat der BBU diesen Normungsbereich
zum Schwerpunkt seiner Mitwirkung in DIN-Normungsgremien gewählt.
Der NAGUS vertritt die deutschen Interessen im ISO/TC 207 "Umweltmanagement" und
gestaltet die Normungsarbeit auf allen Ebenen des Technischen
Komitees aktiv mit. Ein BBU-Mitglied gehörte der deutschen
Delegation zu den ISO-TC 207-Jahrestreffen 2008 in Peking und
2009 in Kairo an.
Der
BBU ist mit einem Mitglied im NAGUS-Beirat und im Fachbeirat
der Koordinierungsstelle Umweltschutz (KU) beim DIN e.V. vertreten.
In folgenden Ausschüssen des DIN-NAGUS arbeitet
der BBU aktiv mit:
- NAGUS
AA 2 (Umweltmanagement- und Auditsysteme), 2 Sitze Umweltverbände,
davon 1 BBU
- NAGUS
AA 2 AK 1 (Materialflusskostenrechnung), 2 Sitze Umweltverbände,
davon 1 BBU
- NAGUS-AA
3 (Ökobilanzen), 3 Sitze Umweltverbände, alle BBU
- NAGUS
GAK (Carbon Footprint), 3 Sitze Umweltverbände,
alle BBU
- NAGUS
AA 8 (Validierer und Zertifizierer von Treibhausgasemissionen),
2 Sitze Umweltverbände, davon 1 BBU)
- NAGUS
AA 9 (Energieeffizienz und Energiemanagement) 2 Sitze Umweltverbände,
davon 1 BBU
- NAGUS
AA 10 (Biomasse) ) 2 Sitze Umweltverbände, davon 1 BBU
- NAGUS
AA 11 (Biobasierte Produkte) 1 Sitz Umweltverbände, BBU
In
folgenden Normenausschüssen anderer DIN-Normungsbereiche
ist der BBU meistens mit je einem Sitz vertreten:
- Normenausschuss
Qualitätsmanagement, Statistik und Zertifizierungsgrundlagen
NQSZ 3.21 (Zertifizierungsstellen für Managementsysteme)
2 Sitze Umweltverbände, davon 1 BBU)
- Normenausschuss
NQSZ GA „Audits“, 2 Sitze Umweltverbände,
davon 1 BBU
- Normenausschuss
Wasser (NAW): Entsorgung
- Normenausschuss
Wasser (NAW): Dienstleistungen im Bereich Trinkwasserver- und
Abwasserentsorgung
- Normenausschuss
Bauwesen (NABau) : Nachhaltiges Bauen, 2 Sitze
Umweltverbände, davon 1 BBU
- Normenausschuss
Bauwesen (NABau): Emissionen aus Bauprodukten in Innenraumluft
- Normenausschuss
Bauwesen (NABau):: Freisetzung in Boden und Grund-, Oberflächenwasser
(2 Sitze)
- Normenausschuss
Holzschutz (Holzschutz Grundlagen)
- Normenausschuss
Holzschutz (Vorbeugender chemischer Holzschutz)
- Normenausschuss
Materialprüfung (NMP): Nanotechnologie, 3 Sitze Umweltverbände,
davon 2 BBU
- Normenausschuss
Sicherheitstechnische Grundsätze (NASG): Gesellschaftliche
Verantwortung, 3 Sitze NGO, davon 1 BBU
- Normenausschuss
Sicherheitstechnische Grundsätze (NASG): Grundlagen des
Risikomanagements
- Koordinierungsstelle
Umweltschutz (KU): AK 1 (Berücksichtigung von Umweltaspekten
in Produktnormen), 2 Sitze Umweltverbände, davon 2 BBU
- Kommission
Reinhaltung der Luft (KRdL): Emissionsminderung - Thermische
Abfallbehandlung
- DKE:
K 141 (Nanotechnologie)
- DKE
191 (Umweltschutz und Nachhaltigkeit), 2 Sitze Umweltverbände,
davon 1 BBU
- Normenausschuss
Feuerwehrwesen (FNFW): Fachbereichsausschuss Sicherheit und
Schutz des Gemeinwesens
- Koordination
Normungsarbeit der Umweltverbände (KNU)
Das
Bundesumweltministerium unterstützt die Mitwirkung der Umweltverbände
an der Normung durch ein vom Umweltbundesamt (UBA) gefördertes
Projekt, das von den drei in Normungsgremien aktiven Umweltorganisationen
BBU, BUND und DNR getragen wird. Die Projektdurchführung
ist dem BUND übertragen, in dessen Berliner Geschäftsstelle
auch eine hauptamtliche Koordinationsstelle eingerichtet ist.
Aufgabe des KNU ist die inhaltliche, organisatorische und finanzielle
Unterstützung der NormungsexpertInnen der Umweltverbände.
Im Rahmen des Projektes wird auch die Weitervermittlung der Normungsaktivitäten
in die Verbände hinein gefördert.
Der
BBU ist im Beirat der KNU vertreten und beteiligt sich über
die KNU-Verbändetreffen gemeinsam mit BUND und DNR an der
Steuerung des Projektes. NormungsexpertInnen aus dem BBU
nahmen aktiv an Strategietreffen, Fachtreffen und Workshops der
KNU teil. Teilweise hat der BBU auch Workshops für die KNU
ausgerichtet, bzw. KNU-Workshops mitkonzipiert und durch Referenten
unterstützt.
- Umweltgutachterausschuss
(UGA)
Der
Umweltgutachterausschuss (UGA) beim BMU ist das zentrale Gremium
für Öko-Audit (EMAS nach der EG-Ökoaudit-Verordnung)
in Deutschland, das als Teilkörperschaft des öffentlichen
Rechts auf gesetzlicher Grundlage (nach Umweltaudit-Gesetz UAG)
wirkt. In dem 1995 eingerichteten Ausschuss mit 25 ehrenamtlich
tätigen Mitgliedern und 25 Stellvertretern sind die für
das Öko-Audit gesellschaftlich relevanten Gruppen Wirtschaft,
Verwaltung, Umweltverbände, Gewerkschaften und Umweltgutachter
vertreten. Sie entwickeln gemeinsam Richtlinien für die
Zulassung und Beaufsichtigung von Umweltgutachtern und beraten
das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
(BMU) in allen Fragen zum Öko-Audit. Seit der Novellierung
des Umweltauditgesetzes ist der UGA auch zuständig für
Entwicklung und Förderung von EMAS.
Der
BBU stellt einen der 3 Vollmitglieder der Umweltbank und seit
1999 einen der Stellvertretenden Vorsitzenden des UGA. Der BBU-Vertreter
hat damit gleichzeitig den Vorsitz über eine der Arbeitsgruppen
des UGA inne. Der BBU-Vertreter ist seit 2005 Vorsitzender der
UGA-AG „Marketing, Kommunikation und Förderung
von EMAS.“ 2008 wurde das BBU-Mitglied erneut zum Stellvertretenden
Vorsitzenden des UGA gewählt.
- Kommission
für Anlagensicherheit (KAS)
Die
ab dem 01.11.2005 tätige Kommission für Anlagensicherheit
soll gemäß § 51a BImSchG gutachterlich in regelmäßigen
Zeitabständen sowie aus besonderem Anlass Möglichkeiten
zur Verbesserung der Anlagensicherheit aufzeigen. Sie schlägt
darüber hinaus dem Stand der Sicherheitstechnik entsprechende
Regeln (sicherheitstechnische Regeln) unter Berücksichtigung
der für andere Schutzziele vorhandenen Regeln vor. Eine
Berufungsperiode umfasst drei Jahre.
In
die KAS wurde ab der ersten Berufungsperiode ein Vertreter des
BBU berufen. Die Umweltverbände stellen in dem über
30 Personen umfassenden Gremium insgesamt drei Mitglieder.
Die Vertretung des BBU erstreckte sich im Berichtszeitraum
auch auf die folgenden Untergremien der KAS:
- Ausschuss „Seveso-Richtlinie“
- Ausschuss „Ereignisauswertung“
- Ausschuss „Erfahrungsberichte“
- Arbeitskreis „Ammoniak-Kälteanlagen“
- Arbeitskreis „Risikokommunikation“
- Arbeitskreis „Anwendungsbereich
Probabilistik“
- Arbeitskreis „Texas
City“
- Arbeitskreis „Globally
Harmonized System (GHS)“
- Arbeitskreis „Umgebungsbedingte
Gefahrenquellen“
- Arbeitskreis „Carbon
Capture and Storage“
- Arbeitskreis „Einstufung
von Abfällen“. Hier stellte der BBU den Vorsitz.
- Arbeitskreis „Sicherheitsmanagementsystem“
- Arbeitsgruppe „Aufnahme
weiterer Stoffe in den Anhang I der Seveso-II-Richtlinie“
- Arbeitsgruppe „Überarbeitung
Leitfaden SFK/TAA-GS-1“ (Land-use-planning)
In
den Jahren 2007 – 2009 wurden unter Mitarbeit des BBU-Vertreters
insbesondere folgende Dokumente der KAS verabschiedet und veröffentlicht:
- Bericht
des Arbeitskreises Texas City: Empfehlungen der KAS für
eine Weiterentwicklung der Sicherheitskultur- Lehren nach Texas
City 2005 (KAS-7)
- Berichte
des Ausschusses Erfahrungsberichte über Auswertungen der
Erfahrungsberichte über Prüfungen der Sachverständigen
nach § 29a BImSchG in den Jahren 2004/2005 (KAS 3), 2006
(KAS-9) und 2007 (KAS-11) und Veranstaltungen zum Meinungs-
und Erfahrungsaustausch
Seit
Ende des Jahres 2009 ist der BBU mit einer Person im TALA vertreten.
Dieser vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und
Reaktorsicherheit eingerichtete beratende Ausschuss setzt sich
aus 10 Vertretern der beteiligten Kreise der Umweltverbände,
der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Bundesländer
zusammen. Er prüft, inwieweit sich aus BVT-Merkblättern
weitergehende oder ergänzende emissionsbegrenzende Anforderungen
ergeben, als sie die TA Luft enthält. Er ermittelt, inwieweit
sich der Stand der Technik gegenüber den Festlegungen der
TA Luft fortentwickelt hat oder die Festlegungen der TA Luft
ergänzungsbedürftig sind.
In
den Jahren 2007/2008 war der BBU in der AG „Risiko- und
Sicherheitsforschung“ der als Stakeholder-Dialog konzipierten
Nano-Kommission der deutschen Bundesregierung vertreten. Diese
Arbeitsgruppe erstellte eine Prioritätenliste für Vorhaben
im Bereich „Risiko- und Sicherheitsforschung“. Zudem
wurden erste Besorgnis- und Entlastungskriterien für eine
Beurteilung von Nanomaterialien entwickelt. Die Arbeit an der
Beurteilung von Nanomaterialien wurde in der zweiten Berufungsperiode
der Nano-Kommission weiter geführt. Ein BBU-Vertreter ist Mitglied
in der hierfür zuständigen Themengruppe.
2005
trat der BBU neben DNR und BUND als drittes deutsches Mitglied
ECOS (European Environmental Citizens Organisation for Standardisation)
mit Sitz in Brüssel bei. BBU-Mitglieder haben seitdem mehrfach
als ECOS-Experten an der Positionierung der europäischen
Umweltverbände in Normungsfragen mitgewirkt.
2006
wurde der BBU Mitglied beim Dachverband der europäischen
Umweltverbände EEB (Europäisches Umweltbüro) mit
Sitz in Brüssel.
Der BBU ist in einem Arbeitskreis des EEB aktiv, der sich sowohl
mit der IVU/IPPC-Richtlinie und ihrer Novellierung befasst, als
auch die Umsetzung und Novellierung der Seveso-II-Richtlinie kritisch
begleitet. Der Vertreter des BBU wurde dabei vom EEB im Jahr 2009
zu zwei Sitzungen des europäischen Begleitgremiums zur Umsetzung
der Seveso-II-Richtlinie, dem Committee of Competent Authorities
(CCA) entsandt. Eine Stellungnahme des EEB zur Novellierung der
Seveso-II-Richtlinie wurde unter Mitarbeit des BBU-Vertreters verfasst.
Dieser stellte die zentralen Punkte der Stellungnahme der Europäischen
Kommission auf einem Stakeholder Consultation Meeting im November
2009 in Brüssel in einem Vortrag dar.
3.
Anhörungen / Stellungnahmen / Erörterungstermine
Der
BBU gab im Berichtszeitraum folgende Stellungnahmen im Rahmen
der Anhörungen von Bundes- und Landesministerien ab:
11.04.2007: Stellungnahme
zum Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Straßenverkehrsgesetzes,
zum Entwurf einer Verordnung zur Änderung der Straßenverkehrs-Ordnung
sowie zum Entwurf zur Änderung der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift
zur Straßenverkehrs-Ordnung.
01.08.2008: Stellungnahme
zum Entwurf des Achten Gesetzes zur Änderung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes.
Der
BBU nahm im Berichtszeitraum wie in den Jahren zuvor an Genehmigungsverfahren
und Erörterungsterminen zu geplanten Industrie- /Verkehrsprojekten
teil:
18.8.2008: Antrag der Firma EGK Entsorgungsgesellschaft
Krefeld GmbH Co KG auf Erteilung der Genehmigung gemäß § 16
BImSchG für die wesentliche Änderung der Anlage
zur Müll- und Klärschlammverbrennung auf dem
bestehenden Werksgelände der EGK Entsorgungsgesellschaft
Krefeld GmbH Co KG in Krefeld.
26.05.2009: Planung
und Genehmigungsentwürfe zum Vorhaben der NUON Power Projects
B.V. in Amsterdam zur Errichtung und zum Betrieb eines Multi-Fuel-Kraftwerks
unter Anwendung der Brennstoffe Steinkohle, sekundäre Brennstoffe,
saubere Biomasse und Erdgas mit einer Leistung von 1200MWe im
Industriegebiet Eemshaven.
11.09.2009: Einspruch
gegen den geplanten Flughafen Twente / NL.
15.09.2009: Kapazitätserhöhung
bei der Urananreicherungsanlage (UAA) Almelo / NL / Einspruch.
02.10.2009: Einspruch
gegen den beantragten Bau des 2. Atomkraftwerks in Borssele (NL).
4. Kontakt zu Ministerien / Gesellschaftlichen Gruppen
Im Berichtsraum führte der BBU zahlreiche
Gespräche mit Landes- und Bundesministerien - u.a.
auf Ministerebene - sowie deren Fachbehörden zu
aktuellen umweltpolitischen Fragen (s. a. Gremienarbeit,
Teilnahme an Anhörungs- und Erörterungsterminen).
Im
Berichtszeitraum hielt der BBU zahlreiche Vorträge auf Veranstaltungen
von Parteien, Gewerkschaften und Fachverbänden und beteiligte
sich an verbandsübergreifenden Konferenzen.
5. Öffentlichkeitsarbeit
- Pressearbeit
/Pressekonferenzen
Eine
Aufstellung der vom BBU erstellten über 160 Pressemitteilungen
in dem Berichtszeitraum kann beim BBU angefordert werden; alle
Pressemitteilungen ab 2002 sind auf der BBU-Internetseite nachlesbar.
Nicht dokumentiert sind die zahlreichen Interviews in Rundfunk
und Fernsehen. Inhaltlich befassten sich die Pressemitteilungen
mit lokalen Themen, z. T. mit überörtlich relevanten
Themen. In besonderen Fällen wurden auch gemeinsame Pressemitteilungen
mit BBU-Mitgliedsgruppen und / oder mit anderen Verbänden
erstellt.
Nach
mehrmonatiger Vorlaufzeit ging der BBU mit seiner Internetseite
im Mai 2000 online. Die Anzahl der täglichen BesucherInnen
der BBU- Seite aus dem In- und Ausland bestätigt die Prognose
eines wachsenden Informationsbedarfes der Bevölkerung (s.a.
Informationsvermittlung). In dem Berichtszeitraum besuchten über
700.000 NutzerInnen die Internetseite des BBU. Gegen Ende des
Berichtsjahres konnte der BBU über 800 Besuche pro Tag verzeichnen,
Tendenz steigend. Mit dem Einstellen von Sammeleinwendungen,
Terminhinweisen und gemeinsamen Pressemitteilungen konnte mit
der BBU-Internetpräsenz auch die Arbeit von lokalen Mitgliedsinitiativen
unterstützt werden.
Wie
in den vergangenen Jahren nahm der BBU auch im Berichtszeitraum
die Gelegenheit wahr, sich mit Infoständen auf großen
Veranstaltungen zu präsentieren und für seine umweltpolitischen
Ziele zu werben. Mit Infoständen - beispielsweise auf dem
Ev. Kirchentag und dem Katholiken-Tag von unten - ist es dem
BBU gelungen, ein breites Publikum zu erreichen.
Zur
Verbesserung der Kommunikation zwischen dem BBU-Vorstand und
den BBU-Mitgliedern wird monatlich per E-Mail der BBU-Newsletter
verschickt. Dies war auch 2007 -2009 der Fall. Auf Wunsch können
ihn Mitglieder ohne Internetanschluss auch per Fax oder postalisch
beziehen. Der Bezug der Newsletter, besonders der postalische
Versand, ist von den Mitgliedsbeiträgen abgedeckt. Nichtmitglieder
des BBU können den Newsletter auch kostenlos, dann aber
nur per E-Mail erhalten.
Auf
jeweils sechs Seiten wird mit dem Newsletter einerseits über
die Arbeit des BBU-Vorstandes und der Bonner Geschäftsstelle, über
Aktivitäten der BBU-Mitglieder, aber auch über Umweltaktivitäten
außerhalb des BBU berichtet. Darüber hinaus vermittelt
der Newsletter grundlegende Informationen, z. B. über umweltrelevante
Behördeninformationen. Abgerundet wird der Newsletter mit
Hinweisen auf besondere, überörtlich interessante Aktionen
und Veranstaltungen.
In
den Jahren 2007 – 2009 sind 33 BBU-Newsletter erschienen,
davon drei im Jahr 2007 als Doppelausgaben für jeweils zwei
Monate. Die erschienenen BBU-Newsletter werden auf der Homepage
des BBU archiviert und können dort dauerhaft nachgelesen
werden:
http://www.bbu-online.de/Newsletter/Archiv.htm.
6.
Informationsvermittlung / Beratung
- Tel.
/ schriftliche Beratung von BürgerInnen
Wie
in den vergangenen Jahren gingen im Berichtszeitraum tagtäglich
zahlreiche Infoanfragen von Bürgerinnen und Bürgern
in der BBU-Geschäftsstelle ein. Die Anfragen bezogen sich überwiegend
auf konkrete Probleme vor Ort, z.B.: Verkehrsbelästigung,
Abholzung von Bäumen, Ausweitung bzw. Ansiedlung von Industriegebieten,
Aufstellung von Sendemasten in Nachbarschaftsnähe, auf konkrete
gesundheitliche Probleme in Zusammenhang mit allgemeiner oder
spezifischer Umweltbelastung, z.B.: Ozonbelastung, Wohngifte,
Toner-Problematik. Die Anfragen wurden in der Regel individuell
beantwortet. Sofern notwendig, leistete der BBU konkrete Hilfe,
indem er direkten Kontakt zu Verursachern / Firmen, Verwaltungen
aufnahm. Zudem vermittelte er Kontakte zu Fachleuten, Institutionen
etc.
7. Koordination
- Arbeitskreise
/ Arbeitsgruppen
Unterstützung
der inhaltlichen Arbeit leisteten im Berichtszeitraum die bundesweit
agierenden Arbeitskreise / Arbeitsgruppen des BBU.
- AK
Energie
- AG
Umweltmanagement und Normung
- AG
Innenraumschadstoffe und Gesundheit
Aufgrund
des Selbstverständnisses und seiner entsprechend gewählten
Organisationsstruktur ist dem BBU Verbandsegoismus fremd. Der
BBU arbeitete - wie in den Jahren zuvor - themenorientiert eng
mit international und bundesweit agierenden Dach- und Umweltverbänden,
entwicklungspolitischen Gruppen, Gewerkschaften und Fachverbänden
zusammen. |